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Alkohol im Wein

Zuerst ein paar Informationen zum Alkohol an sich. Methylalkohol, der einfachste Alkohol dieser Substanzgruppe, der sehr giftig ist und bekanntlich blind macht, kommt im Wein zum Glück in nicht nennenswerten Mengen vor.

Wir unterhalten uns daher über den nächsthöheren Alkohol, den Ethylalkohol. Er ist im Wein in einer Konzentration von ca. 8 - 13 Vol.% enthalten und wird von der Mundschleimhaut und der Speiseröhre, am meisten jedoch vom Magen und dem Dünndarm aufgenommen.

Aus kohlensäurereichen Getränken erfolgt die Aufnahme schnell, da sich die Blutgefäße des Magen- und Darmtraktes erweitern und so eine größere Oberfläche für die Resorption zur Verfügung stellen.

Die Wirkung des Alkohols tritt daher bei Sekt, wie auch beim kohlensäurereichen Bier besonders schnell ein. Ähnliches beobachtet man auch bei warmen alkoholischen Getränken, wo ein Teil des Alkohols über die Lunge resorbiert wird. Auch süße Weine gehen schneller "ins Blut", da der Zuckergehalt die Resorption beschleunigt.

Dabei kann der Mageninhalt geschwindigkeitsentscheidend sein. Saure Speisen wirken, ebenso wie fettreiche, verzögernd.

Nach reichlichem Genuss von Alkohol zeigt sich am nächsten Tag ein Kater. Im Körper bildet sich aus dem Alkohol der giftige Acetaldehyd, der sich ansammelt, da er langsamer abgebaut wird, als er entsteht.

Die Erfahrung lehrt, dass dann oft der Genuss geringer Mengen Alkohol (z. B. einer Weinschorle), sowie die Einnahme von Traubenzucker, eventuell in einer 0,1%igen Kochsalzlösung (1g/l), hilfreich ist.

Der Alkohol konzentriert sich vor allem in wasserreichen Teilen des Körpers, besonders im Blut und der Rückenmarksflüssigkeit. Bei fülligeren Menschen steigt daher der Alkoholgehalt des Blutes (kommt damit der Rausch) schneller, als bei Dünnen.

Abgebaut werden etwa 8 - 10 g Alkohol pro Stunde (0,1 - 0,13 ppm). Man sollte daher den Wein so trinken, dass er so schnell abgebaut wird, wie er getrunken wurde. Das ist weniger als ein Glas pro Stunde.

In diesem Zusammenhang noch ein paar Bemerkungen zum Thema Alkohol und Autofahren: Die Konzentration des Alkohols im Blut wird in Promille (ppm) gemessen. Sie hängt vom Körpergewicht ab. Trinkt ein 70 - 80 kg schwerer Mensch 0,25 l Wein, so beträgt sein Blutalkohol etwa 0,4 ppm. Der Promillegehalt errechnet sich angenähert zu ppm = Gramm Alkohol / 0,7 x Körpergewicht.

Die gesetzliche Blutalkoholgrenze beträgt zur Zeit 0,5 ppm, bei der man schon eine Minderung der Sinne und der Reaktionsfähigkeit beobachtet. Ab 1,3 ppm ist man verkehrsunfähig, ab 2 ppm betrunken, ab 3 ppm volltrunken.

Vorsicht aber bei dem Versuch der genauen Berechnung nach der angegebenen Annäherungsformel!

Der Alkoholspiegel unterliegt individuellen Schwankungen. Er ist unterschiedlich, wenn dieselbe Person den Alkohol ohne Nahrung, gleichzeitig zu, oder nach einem Essen zu sich nimmt. Weitere mit ins Kalkül zu ziehende Faktoren sind die Temperatur des Weins, die Trinkgeschwindigkeit, und vor allem die Wechselwirkungen mit eingenommenen Arzneimitteln.

Auch die Allgemeinverträglichkeit des Weins unterliegt Schwankungen. Sie ist abhängig von Alter, Geschlecht, Körperbeschaffenheit und der Ansprechbarkeit des vegetativen Nervensystems.

Sehr junge Weine werden im allgemeinen weniger gut vertragen, da sie noch kohlensäurereich sind und der Alkohol schneller ins Blut geht.

Dem Körper machen aber vor allem eine Reihe von Inhaltsstoffen zu schaffen, die bei normalem Wein im Verlauf der Nachbehandlung (Abstich, Filtration, Schönung, etc.) entfernt werden. Aber selbst nach diesen Behandlungsmaßnahmen ist der junge Wein oft weniger verträglich als ein älterer.

Die beim Ausbau und der Lagerung stattfindenden stofflichen Veränderungen erhöhen nämlich die Verträglichkeit.

Für Kinder und Schwangere sollte der Alkoholgenuß tabu sein. Auch bei Jugendlichen ist er bedenklich. Beim Erwachsenen ist die beste Tageszeit für das Gläschen Wein der späte Nachmittag oder der frühe Abend.

Spannungen des Tages werden gelöst, die Gemütslage stabilisiert und der wahre, lebensbejahende Gleichmut wieder hergestellt.

Im Alter, in dem der Wein seine beglückende Wirkung in geringeren Mengen darbietet, man zudem dem täglichen Streß weitgehend enthoben und bemüht ist, Schwierigkeiten zu entgehen, ist ein Gläschen am Vormittag oft sehr wohl angebracht. Hier steht anstelle der Entspannung der Wunsch nach Appetitanregung, einer Verdauungshilfe oder gar einer Unterstützung beim Mittagsnickerchen.

Rotwein sollte im Alter vor dem Weißwein der Vorzug gegeben werden. Er ist säureärmer, wird wärmer getrunken, und die adstringierende Wirkung der Gerbstoffe verlangsamt und mildert die Wirkung des Alkohols.

Vorsicht geboten ist allemal beim Weinkonsum direkt vor dem Schlafengehen. Hier kann es, insbesondere im Alter, zu Einschlafproblemen kommen.


Interessante Links

Alkohol als Medizin
www.drogen-aufklaerung.de/texte/sachtext/alkohol05.htm

Alkohol als Medizin?
www.gesundheit.co.at/2001/01/1.htm


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