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Wein und Gesundheit
Wein gehört zu den ältesten Kulturprodukten der Menschheit. Seit etwa 8000 v. Chr. werden Rebkulturen angebaut. Das älteste bekannte Zeugnis der Weinbereitung ist eine 8000 Jahre alte Wein- und Fruchtpresse, die bei Damaskus gefunden wurde.
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Ebenso alt ist aber auch das Wissen um die Wirkungen des Weines als Arzneimittel.
Hippokrates (460 - 377 v. Chr.) empfahl mit Wasser verdünnten Wein bei Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen.
Plutarch (46 - 125 n. Chr.) schreibt: Wein ist von den Getränken das nützlichste, von den Arzneien das süßeste und von den Speisen die angenehmste.
Selbst Cäsar achtete darauf, dass seine Legionäre täglich die ihnen zugewiesene Menge Wein tranken.
Dadurch konnte er sie selbst in verseuchten Gebieten von Darmkrankheiten, wie Cholera, Paratyphus, Typhus und Ruhr freihalten. |

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Wein und Bier waren bis zur Neuzeit die einzigen Getränke, die kaum Krankheitserreger enthielten.
Die Veröffentlichung von Studien über die positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System ist der Grund für die verstärkte Diskussion über dieses Thema in der Presse.
Seit langem ist bekannt, dass in Ländern mit höherem Weinkonsum die Herzinfarkt-Sterblichkeit geringer ist. Neu dagegen sind jüngste Studienergebnisse, die belegen, dass der Konsum von 0,4 l Wein täglich das Risiko bei Infarktpatienten, erneut einen Herzanfall zu erleiden, halbiert.
Der Grund ist in folgenden Gefäßwirkungen des Weins, insbesondere des Rotweins, aber auch des Weißweins, nicht aber der übrigen Alkoholika, zu sehen:
Durch die sogenannten Polyphenole (Flavonoide, Tannine, Resveratrol u. a.) wird die Cholesterineinlagerung in die Gefäßwände verhindert, des weiteren das gute HDL-Cholesterin gehoben, das schlechte LDL-Cholesterin gesenkt.
Darüber hinaus werden verschiedene andere Faktoren im Blut derart beeinflusst, dass das Blut flüssiger, und auch hierdurch die Neigung zur Gefäßverkalkung, zu Infarkt und zu Schlaganfall, verhindert wird. Hinzu kommt, dass durch Wein die Herzkranzgefäße selbst auch erweitert werden.
Bis heute sind mehr als 800, zum Teil gesunheitlich wertvolle Substanzen im Wein entdeckt worden, davon eine Reihe in nicht geringen Mengen, wie lebensnotwendige Mineralstoffe - Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen und andere, Vitamine, sowie Gerbstoffe, Weinfarbstoffe und ätherische Öle.
Zusammenfassend kann man sagen: Wein, mit Maß genossen, entspannt, baut Streß ab, steigert Lebensgefühl und Zufriedenheit, erhöht Schaffensfreude und Kraft, löst körperliche und seelische Missstimmungen, dient der Geselligkeit, beugt gegen Artheriosklerose, Herzinfarkt, wahrscheinlich auch gegen Krebs und andere Erkrankungen vor und wirkt somit lebensverlängernd.
Aus diesen Gründen wird Wein seit Jahrtausenden auch als Medizin verwendet, gezielt und punktuell äußerlich (z. B. bei Hauterkrankungen) und innerlich, aber auch als Kur. Hier hat sich bis heute die Schrothkur gehalten. Ihre Indikationen sind Stoffwechselerkrankungen, Fettsucht, Gicht, Diabetes, chronische Entzündungen, sowie Haut- und Atemwegserkrankungen.
Gerade im Alter kann Wein besonders positiv auf den menschlichen Organismus wirken. Beispielhaft sei hier nur die offenbar vorbeugende Wirkung von Wein auf die Alzheimer-Krankheit erwähnt. Dies zeigte eine großangelegte französische Studie Anfang der 90er Jahre mit fast 4000 über 65-jährigen.
Mäßige Weintrinker erhalten ihre geistige Frische länger als Abstinenzler.
Abschließend seien die positiven Auswirkungen eines mäßigen, regelmäßigen Weinkonsums auf den Organismus nochmals kurz in Tabellenform zusammengefasst (zugrunde gelegt sind die bereits erwähnten optimalen Weinalkoholmengen pro Tag von 20 g für Frauen und 30 g für Männer).
Die Tabelle erscheint mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Klaus Jung, Hochschullehrer und Arzt für Innere Medizin, Sportmedizin und Naturheilverfahren. Sie ist im Wesentlichen seinem Buch Wein, Genuß und Gesunheit, Woschek-Verlag 1994, entnommen:
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Organ/Körperfunktion
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Auswirkung mäßigen Weinkonsums
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| Verdauungsorgane |
Reflektorische Speichel-, Saft- und Fermentabsonderung; Appetitanregung; Säurelocker; Durchblutungsförderung; Erhöhung der Peristaltik; Resorptionsförderung |
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| Herz-Kreislauf |
Abfall des koronaren Gefäßwiderstandes; Anstieg des koronaren Blutflusses; Gefäßweitstellung; Verminderung des Sympathikusantriebs; Herabsetzung der Plättchenaggregation; Verringerung der Thromboseneigung; Erhöhung der fibrinolytischen Aktivität; Ökonomisierung der Herzarbeit; Herabsetzung des Sauerstoffbedarfs; Erhöhung der HDL-Konzentration; Herabsetzung der LDL-Konzentration |
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| Atmung |
Respiratorische Alkalose; Erhöhung von Atemzugvolumen, Blutzirkulation, Perfusion; Vasodilatation (Gefäßerweiterung); Steigerung der Immunabwehr (bakterizide und viruzide Eigenschaften) |
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| Bewegungsapparat |
Anstieg der Knochendichte; Anregung des Calcium-Stoffwechsels; Vasodilatation (Gefäßerweiterung); Subjektive Zunahme der Muskelleistung |
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| Haut |
Anregung des Stoffwechsels; Lokale Entzündungshemmung; Förderung der Wundheilung; adstringierende, blutstillende, bakterienhemmende und bakterientötende, vernarbende Wirkung |
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| Hormonsystem |
Anregung von Schilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse, Geschlechtsdrüsen, Erhöhung der Widerstandskraft, Zunahme der allgemeinen Arbeitskapazität |
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| Ableitende Harnwege |
Nieren Vasodilatation; Steigerung des Harnflusses; Zunahme der Ausscheidung mit dem Urin (Harnstoff, Ammoniak, aber auch Mineralstoffe) |
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| Immunsystem |
Erhöhung der Entgiftungsfunktion (Toxine, Bakterien, Viren); Herabsetzung der Lebensfähigkeit von Mikroorganismen; Verringerung der Krebsmortalität; Erhöhung und Aktivitätssteigerung von Antioxidantien; Herabsetzung des Alterungsprozesses |
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| Nervensystem |
Vorbeugung des altersbedingten Abbaus von Gehirnfunktionen; Erhöhung der geistigen Frische; Herabsetzung des Alterungsprozesses; Erhöhung der geistigen Leistungskapazität; Zunahme des intellektuellen Leistungsstoßes; Kreativitäts-/Phantasiezunahme; Euphorisierung; Vasodilatation; Zunahme der Hirndurchblutung; Zunahme der Sauerstoffversorgung |
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Interessante Links
Deutsche Weinakademie, viele Informationen zum Thema Wein und Gesundheit
www.deutscheweinakademie.de
Drinking & You
www.drinkingandyou.com/site/de/moder.htm
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